ich habe mal jemanden gefragt: 'was ist der sinn des lebens?'
und ich bekam die faszinierendste antwort meines, noch ach so jungen, lebens: 'ihn zu suchen.'
ist es bedenklich, selbsthass zum empfinden? es gibt situationen, in denen ich am liebsten voller wut auf mich selbst gegen eine wand laufen möchte. ich könnte natürlich irgendwas zerstören, oder jemanden fremden dafür verantwortlich machen, aber das ist doch nicht der sinn. der sinn dessen, was ich mir selbst zuzuschreiben hab. ich verhalte mich falsch, sage falsche sachen, oder bin einfach nur ich selbst, was dann aber auch nicht richtig ist. wie wollen mich die menschen haben? wie soll ich sein, damit ich nicht hier sitzen muss und darüber nachdenken muss, ob ich ein schlechter mensch bin.
im moment zum beispiel würde ich am liebsten einfach im erdboden versinken und nie wieder auftauchen. wieso, weshalb, warum? ja klar, könnte helfen, das auszuschreiben, aber am liebsten will ich garnicht mehr darüber nachdenken und habe deswegen auf einmal diese blockade im kopf.
einfach weg, ja, ich will weg. an einen anderen ort oder so. vielleicht ein anderes land? einfach irgendwohin, wo mich keiner kennt. einfach neu anfangen. nur leider ist das alles nict so einfach. hast du das nicht, kannst du das nicht. und ich hab im moment noch nichts. nichts, was mir helfen könnte, hier wegzukommen.
wie lange träume ich schon davon, aus meinem körper auszutreten und ein neues leben anzufangen. wie lange träume ich schon davon, wegzukommen und ein neues leben anzufangen. ja, ich träume.
wer kennt das nicht?
lange her. ja. aber ich weiß nicht mehr, wo mir der kopf hängt. mal wieder sitze ich hier und weiß nicht, was los ist. mir geht es nicht gut. mir geht es nicht schlecht. ich fühle mich nicht dazugehörig. ich weiß nicht, ob ich jeden moment zusammen breche, oder durchhalte. ich weiß, dass ich das kann. ich kann durchhalten. aber wie lange noch? wie lange noch, schaffe ich es, meine probleme, sowie den der anderen, standzuhalten? manchmal frage ich mich, ob dies überhaupt nötig ist, oder, ob ich ein einfach aufgeben soll. das würde alles einfacher machen. erstmal abschalten, aufgeben, nichts tun. nur weiß ich, wenn ich es soweit kommen lasse, bin ich ebenso nicht zufrieden. dann holt mich mein schlechtes gewissen ein, alle allein gelassen zu haben. alle anderen, sowie mich. ich will mich nicht aufgeben. ich weiß, ich kann es schaffen. ich warte. worauf? das weiß ich auch noch nicht.
noch nicht so genau weiß ich, auf was ich warte. auf lösungen, auf wunder. glaube ich an wunder? vielleicht, ich weiß es nicht. was ich weiß, ist, dass es schicksal gibt. ich glaube an schicksal, alles, was geschieht, hat einen grund. ich würde niemals ohne grund auf der treppe ausrutschen, ich rutsche aus, um beim nächsten mal besser aufzupassen. ich verletzte mich, um zu fühlen, was es heißt, auf sich aufzupassen. gibt es zufälle? nein, ich denke nicht. es ist kein zufall, dass ich diesen jungen treffe, der mich zwei wochen später verletzt.
es soll mir zeigen, aufzupassen.
nur was ich mich dann frage, wieso ich immer wieder drauf reinfalle. ich bin naiv, ich lerne nicht. und genau deshalb passiert es immer wieder. es passiert immer wieder, damit ich lerne. nur kann ich es nicht ändern, ich bin so. verletzlich.
kaputt und glücklich.
ja, trotz allem, weiß ich, was ich am leben hab. ab meiner familie, an meinen freunden, an mir. verwirrt und glücklich.